Optionen einfach erklärt: Wie Calls und Puts funktionieren

Optionen einfach erklärt: Was sind Calls und Puts? Eine verständliche Einführung am Apple-Beispiel – und warum Optionen der Schlüssel zu semi-passivem Einkommen sind.

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Bronzestatue "Fearless Girl" vor der New York Stock Exchange an der Wall Street – Hintergrundbild zum Artikel "Optionen einfach erklärt

Um Covered Calls zu verstehen, muss man sich zuerst mit Optionen im Allgemeinen beschäftigen. Optionen einfach erklärt bedeutet: Wir lassen den Finanz-Jargon weg und schauen auf das Wesentliche. Ich hatte leider einen etwas schwierigen Start mit Optionen: Vor ewigen Zeiten – knapp 30 Jahren – begegnete ich ihnen in einem Lehrbuch zur Finanzierung (oder Investition?) im Wirtschaftswissenschaftsstudium. Das Kapitel war sehr allgemein und relativ kurz gehalten. Ich erinnere mich noch genau, dass ich mich damals etwas geärgert habe, überhaupt dieses Buch kaufen zu müssen… wobei: Ich hatte es ja nicht kaufen müssen. Es war damals nur allgemeine Überzeugung – es galt als besondere Leistung, bei diesem Professor (und Buchautor) überhaupt zu bestehen – dass man nur bestünde, wenn man eben dieses Buch hätte. Und zwar möglichst in der aktuellen Ausgabe! Ich glaube, dieser Professor hat jedes Jahr eine neue Ausgabe herausgebracht: mieses Ausnutzen einer quasi-Monopolstellung, dachte ich wahrscheinlich damals… aber auch genial, umsatztechnisch. Auf jeden Fall habe ich brav für die Klausur bulimie-gelernt und die Optionen dann wieder vergessen.

Sie tauchten für mich erst wieder auf, als ich sie als Lösung für ein „Digital-Nomad-Lifestyle" entdeckt und mich dann wie besessen mit ihnen beschäftigt habe.

Was sind Optionen?

Hier meine Definition der Optionen am Beispiel einer Aktie (AAPL):

Optionen sind Verträge, die dem Käufer das Recht (aber er muss nicht, er hat nicht die Pflicht: er hat die Option) geben, eine Aktie zu einem zuvor festgelegten Preis (Strike) und bis zu einem bestimmten Datum zu kaufen oder zu verkaufen.

Man unterscheidet, jeweils für Käufer und Verkäufer, die beiden Gruppen:

  • Kaufoptionen (Calls) und
  • Verkaufsoptionen (Puts)

Es gibt also insgesamt vier Optionstypen.

Der Käufer einer Option zahlt für diese, ähnlich einer Versicherung, eine Prämie. Der Verkäufer trägt das Risiko, dafür erhält er die Prämie (wieder wie bei der Versicherung).

Optionsverträge in der Praxis

Optionsverträge können nur in Vielfachen von 100 Stück Aktien abgeschlossen werden. Wenn also jemand 80 Apple-Aktien hält, kann er leider nicht „mitspielen". Wenn die Person jedoch 430 Aktien hält, können genau 4 Verträge, nicht 4,3, gehandelt werden.

Beispiel: Call-Option (AAPL)

Die Apple-Aktie liegt bei 335$ und es ist ein beliebiger Freitag. Unser Käufer kann sich jetzt zum Beispiel das Recht kaufen, die Apple-Aktie für 330$ (dem Strike-Preis) und bis zum Freitag in einer Woche kaufen zu dürfen. Er muss aber nicht. Er hat jetzt nur für eine Woche die Möglichkeit.

Warum würde unser Käufer dies überhaupt wollen? Er wettet darauf, dass der Preis von Apple weiter steigt und er dann „im Sonderangebot" günstiger einkaufen kann.

Beispiel: Put-Option (AAPL)

Die Apple-Aktie liegt immer noch bei 335$ und es ist wieder ein Freitag. Unser Käufer kann sich jetzt zum Beispiel das Recht kaufen, die Apple-Aktie für 340$ (dem Strike-Preis) und bis zum Freitag in einer Woche verkaufen zu dürfen. Er muss aber nicht. Er hat jetzt nur für eine Woche die Möglichkeit.

Warum würde unser Käufer dies überhaupt wollen? Er wettet darauf, dass der Preis von Apple sinkt und er dann besser bzw. zu einem höheren Preis verkaufen kann.

Warum Optionen für Auswanderer interessant sind

Für mich als Auswanderer, der ortsunabhängiges Einkommen aufbauen will, sind Optionen deshalb interessant, weil ich als Verkäufer von Optionen diese Prämie generieren kann. Und genau das ist der Schlüssel zu semi-passivem Einkommen: Ich verkaufe Optionen auf Aktien, die ich ohnehin halte, und erhalte dafür regelmäßig Prämien. Diese Strategie nennt sich Covered Call – aber dazu mehr in den nächsten Beiträgen.